Wie findet man die passende Wärmepumpe? Richtlinien des Schweizerischen Wärmepumpen-Testzentrums.

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80% der Neubauten in Europa sind mit Wärmepumpen ausgestattet. Wie findet man die passende Wärmepumpe für ein Wohnhaus oder eine andere Investition?

Heizungssysteme auf Wärmepumpenbasis zeichnen sich durch lange Lebensdauer, geringen Instandhaltungsaufwand und niedrige Betriebskosten aus. Eurostat-Daten zeigen, dass immer noch ein grosser Teil der Betriebskosten eines Hauses auf die Heizung entfallen. Darum ist ein sorgfältig ausgewähltes, geplantes und professionell installiertes Heizungssystem für jeden Hauseigentümer enorm wichtig.

Welche Betriebskosten fallen bei einem Einfamilienhaus an

Wie baut man anderswo?

In Österreich, Deutschland, Finnland und Norwegen ist jeder dritte Neubau mit einer Wärmepumpe ausgestattet. 
Frankreich liegt ungefähr gleichauf. Zudem werden bei Heizungssanierungen konventionelle Wärmeerzeuger wie Öl- oder Gaskessel durch Wärmepumpen ersetzt. Schweden ist in Sachen Wärmepumpen die führenden Nation. Die Hälfte aller Häuser (ca. 700 000 Einheiten) sind mit einer Wärmepumpe ausgestattet.

Fördermittel und Beihilfen

Die Europäische Union unterstützt eine umweltfreundliche Politik. Deshalb können Bürger in den meisten EU-Mitgliedsstaaten Fördermittel für Wärmepumpen beantragen. In Frankreich beispielsweise können 50 % des Wärmepumpen-Kaufpreises von der persönlichen
Einkommenssteuer abgesetzt werden. In Schweden, Deutschland, der Schweiz und vielen anderen europäischen Ländern gibt es verschiedene Rabattsysteme und finanzielle Anreize, die die Investitionskosten und gelegentlich sogar die Betriebskosten im zweistelligen Prozentbereich senken.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe kann in einfachen Worten mit einem Kühlschrank verglichen werden. Der Kühlschrank entzieht dem Innenraum Wärme und gibt diese an die Umgebung ab. Die Wärmepumpe entzieht dem Aussenbereich die Wärmeenergie und gibt diese an das Heizsystem oder das Warmwasser ab. Ca. 75% der produzierten Heizenergie wird aus der Umwelt gewonnen. Lediglich 25% wird in Form von elektrischer Energie benötigt, damit 100% Heizenergie erzeugt werden kann. Das bedeutet, dass mit dem Einsatz von 1 kWh elektrischer Energie, 4 kWh Heizenergie erzeugt werden können!


Wie funktioniert eine Wärmepumpe? Sehen Sie sich unseren kurzen Film an.

Wird ein Haus, welches rein elektrisch beheizt wird, mit einer Wärmepumpe ausgestattet, können die Energiekosten für die Heizung um bis zu 75% gesenkt werden. Im Vergleich zu anderen Wärmeerzeugern, ist die Wärmepumpe momentan die günstigste Heizlösung.

Das Wärmepumpen-Prinzip

Wie findet man unter den vielen Angeboten die passende Wärmepumpe?

Natürlich können Sie sich selbst durch die Angebote der Hersteller arbeiten und die einzelnen Modelle einfach vergleichen. Aber warum Zeit vergeuden, wenn das bereits jemand für Sie erledigt hat? Das unabhängige Schweizerische Wärmepumpen-Testzentrum veröffentlicht gültige Wärmepumpen-Messergebnisse. In den Leistungstests werden die Heizleistung und die Leistungszahl (COP) ermittelt.
Die Kontrolle wird gemäss den Kontrollnormen EN 14511 „Luftkonditionierer, Flüssigkeitskühlsätze und Wärmepumpen mit elektrisch angetriebenen Verdichtern für die Raumbeheizung und -kühlung“ und EN 14825 „Luftkonditionierer, Flüssigkeitskühlsätze und Wärmepumpen mit elektrisch angetriebenen Verdichtern für die Raumbeheizung und -kühlung“ durchgeführt.

SCOP und COP – Wie vergleicht man Wärmepumpenangebote

Vergleiche setzen einen gemeinsamen Nenner voraus. In Bezug auf Wärmepumpen bedeutet dies, dass die Betriebsbedingungen übereinstimmen müssen. Wir brauchen also Parameter, mit denen normale Benutzer die Energieeffizienz verschiedener Wärmepumpen unterschiedlicher Hersteller vergleichen und die voraussichtlichen Heizkosten für ihr Haus schätzen können.
Bei den Wärmepumpen werden die Parameter COP (Coefficient of Performance, Leistungszahl) und der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance, Jahreszeitenbedingte Leistungszahl) gemäss der Norm EN 14825 verwendet. Luft/Wasser-Wärmepumpen beispielsweise werden bei Aussenlufttemperaturen von +12, +7, +2, -7 und -15 °C gemessen. 
Je höher der Wert, desto effizienter und kostengünstiger ist der Betrieb einer Wärmepumpe. Der COP-Wert zeigt das Verhältnis zwischen abgegebener Wärme und aufgenommener elektrischer Energie bei einer bestimmten Quellentemperatur und Vorlauftemperatur an. 

SCOPbeziffert standardisierte Betriebsbedingungen, die in der EU seit dem Herbst 2015 als SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) angegeben werden. Für die Bestimmung des SCOP wurden drei Klimazonen für Nord-, Mittel- und Südeuropa definiert. Der SCOP wird durch die COP-Werte gewichtet, welche bei verschiedenen Quellentemperaturen, gemäss EN 14825 gemessen werden. Der Stromverbrauch diverser Zusatzkomponenten, wie beispielsweise integrierter Umwälzpumpen, wird für den SCOP-Wert berücksichtigt. Dasselbe gilt bei Luft/Wasser-Wärmepumpen für die Vereisungs- und Abtauverluste, für den Ventilator und bei tiefen Aussentemperaturen für den gegebenenfalls benötigten Elektroheizeinsatz.


ERP - die neue EU-Richtlinie definiert in Verbindung mit dem SCOP verschiedene Energieklassen. Für den Endverbraucher ist die neue EU-Richtlinie eine Erleichterung, da die Effizienz einer Wärmepumpe durch die Energieklassen ausgewählt werden kann. Ausserdem ist die Wärmepumpe der einzige Wärmeerzeuger, der momentan mindestens eine Energieeffizienzklasse von A++ erreicht!

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Messergebnisse 2015

Die vorliegenden Wärmepumpen-Messergebnisse des unabhängigen Schweizerischen Wärmepumpen-Testzentrums stammen aus dem Jahr 2015.
Bei den Luft/Wasser-Wärmepumpen erreichen mit der Belaria® twin I (3,90) und der Belaria® twin IR (3,80) - zwei Hoval Wärmepumpen die höchsten SCOP Werte. 
In der Kategorie für Wasser/Wasser-Wärmepumpen wird der Markt weiterhin von Hoval angeführt. So erreicht beispielsweise die Thermalia® twin einen ausgezeichneten COP-Wert von 6,30.

Belaria® - Luft/Wasser-Wärmepumpen

Belaria® Luft/Wasser-Wärmepumpen nutzen die Aussenluft, um Gebäude sowie Brauchwasser zu erwärmen. Zudem sind die Belaria® Luft/Wasser-Wärmepumpen durch die hervorragenden Leistungswerte hoch effizient und bieten dem Kunden ein attraktives Preis-/Leistungsverhältnis.
Dies gilt auch für Sanierungen alter Gebäude, bei denen konventionelle Luft/Wasser-Wärmepumpen an ihre Grenzen stossen. Die Belaria® Luft/Wasser-Wärmepumpen können die Aussenluft bis zu einer Temperatur von -20 °C nutzen. Jedoch muss beachtet werden, dass bei sinkender Aussentemperatur ebenfalls die Leistung der Wärmepumpe sinkt. Aus diesem Grund werden Luft/Wasser-Wärmepumpen in einigen Anwendungsfällen mit anderen Wärmeerzeugern kombiniert, die bei hohen Spitzenlasten und tiefen Aussentemperaturen zugeschaltet werden können.
Ein weiteres Feature bieten die Hoval Luft/Wasser-Wärmepumpen im Sommer. An heissen Sommertagen können diese zum Kühlen eingesetzt werden und ermöglichen in Gebäuden ein angenehmes Klima.

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Thermalia® - Erd- und Grundwasserwärmepumpen

Die Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen der Thermalia®-Serie gewinnen wertvolle Energie aus der Erde oder dem Grundwasser. Mit einem auditierten COP-Wert bis 6,6 erzeugen sie mehr Wärme aus der verwendeten Energie als jede andere Wärmepumpentechnologie. 1 Kilowatt Elektrizität kann 4,5 bis 6,6 Kilowatt Wärme erzeugen.
Die Palette der Thermalia®-Wärmepumpen deckt alle Anwendungsbereiche ab - vom Einfamilienhaus bis zu mittelgrossen Wohn-, Geschäfts- oder kommunalen Gebäuden. In der Standardversion können die Geräte Vorlauftemperaturen von 60 bis 62 °C erreichen, in der H-Version sogar bis 70 °C. Sie eignen sich damit für den Betrieb mit konventionellen Radiatoren. Dies ist wichtig bei der Renovierung alter Gebäude oder der Modernisierung der Heizung. Alle Modelle sind mit passiver Kühlfunktion erhältlich.

Thermalia Kombi

Wie sieht die Installation einer Erdwärmepumpe aus?

Heizen und Kühlen mit Energie aus der Erde oder dem Grundwasser.

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Autor
Hasler Philipp
 
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